#14 Ein Leben zwischen Tod und Leichtigkeit
Shownotes
Wie ist es, jeden Tag mit dem Tod konfrontiert zu sein?
Welche Herausforderungen stellen sich, um einen Familienbetrieb gut in die Zukunft zu führen?
Und wie trägt eine junge Frau die Verantwortung gerecht, dass fremde Menschen ihr ihre Verstorbenen und auch sich selbst anvertrauen?
Darüber haben wir mit Helena Erichsen gesprochen. Sie ist junge Mutter, Familienunternehmerin in 4. Generation und ein durch und durch lebensfroher Mensch.
Unsere persönliche Lernerfahrung: Am Ende geht es geht weniger um die Trauerfeier, als vielmehr um die Feier eines vollendeten Lebens.
Herzlichen Dank, Helena!
Transkript anzeigen
00:00:00: Besuch im Haus.
00:00:07: Ein Podcast für dein bewusstes Leben mit Annette Schnurr und
00:00:16: Julia Vogt.
00:00:21: Heute treffen wir Helina Erichsen.
00:00:24: Helina ist Bestatterin in vierter Generation, die erste Frau, die das Familienunternehmen übernimmt.
00:00:31: Was macht es mit dir und deiner Familie wenn du jeden Tag mit dem Tod zu tun hast?
00:00:38: Welche Herausforderungen begegnen der jungen Unternehmerin, um ihr Traditionshaus in die Zukunft zu führen?
00:00:46: Und wie schafft sie es auch als Mutter einer vierjährigen Tochter gut für die Menschen da zu sein, die sich selbst und vor allen Dingen ihre Verstorbenen dem Bestattungshaus
00:00:57: anvertrauen.
00:00:59: Darüber haben wir mit Helena gesprochen – ich kann verraten, dass es trotz der Schwere des Themas durchaus unterhaltsam wird!
00:01:10: Helena, herzlich willkommen.
00:01:12: Hey Jule!
00:01:15: Hallo!
00:01:16: Ja...
00:01:17: Herzlich Willkommen hier bei uns im Haus
00:01:20: und Sonne hast du auch mitgebracht.
00:01:21: Sonne habe ich auch nicht gebracht.
00:01:23: Das stimmt.
00:01:23: Schön dass ich hier sein darf.
00:01:25: vielen Dank.
00:01:25: Ich freue
00:01:26: mich total.
00:01:26: sehr hast Du ja gemerkt wir haben ja gerade eben schon angefangen zu reden und auch im Vorgespräch schon über das Thema, dass du mitgebracht hast.
00:01:34: Du bist der Milch?
00:01:35: Du kannst dich ja gleich erst mal selber vorstellen.
00:01:37: Das kannst du dir am allerwesten.
00:01:39: Aber du bist jung und du bist Bestatterin!
00:01:41: Und das ist glaube ich selten.
00:01:46: Ja erstmal in den meisten Köpfen der Menschen ist es selten aber das ist gar nicht mehr so selten tatsächlich.
00:01:51: Wir sind gut vertreten mittlerweile wie jungen Leute in dieser Branche was ganz tolles.
00:01:56: Aber ich glaube bevor wir da nochmal detailliert eingehen.
00:02:01: Ja, stelle ich mich am besten erst mal vor!
00:02:03: Mein Name ist Helena Erisen und ich bin thirty-two Jahre alt.
00:02:07: Ich habe eine vierjährige Tochter und komme aus einer Bestatterfamilie und damit nehme ich wahrscheinlich schon ein bisschen vorweg.
00:02:16: Ich bin damit groß geworden mit der Thematik.
00:02:20: Ja, ich vertrete mittlerweile in unserem Familienunternehmen namens Bestattung Erisen.
00:02:27: Die vierte Generation... Also mein Urgroßvater hat damals aus dem Tischlerbetrieb damit angefangen.
00:02:34: Das ist auch oft so der Ursprung von einem Klassiker bei uns und dann ging es weiter in einer Generation meinen Opa.
00:02:45: Dann kam mein Vater.
00:02:46: Und jetzt bin ich die vierte Generation und damit auch die erste weibliche in der Führungsrolle.
00:02:56: Wir sind die Erwartungen groß, also hat man das so als Rucksack mit dabei wenn man vierte generation ist?
00:03:04: Nichts winkt.
00:03:06: Natürlich bringt man auch andere Wind rein, aber man möchte es natürlich genauso gut machen.
00:03:12: oder das was man all die Jahre.
00:03:14: also diese Philosophie, die wir haben und diese Qualität, die weiterhin aufrecht zu erhalten weil das... Und da gehen wir jetzt schon sehr in die Thematik rein vor welcher Herausforderung ich einfach stehe ist.
00:03:28: Meine Eltern sind Man könnte schon sagen, schon sechzig.
00:03:32: Die haben noch ein bisschen die wollen auch.
00:03:34: aber irgendwann muss ich ersetzen und dann habe ich diese Struktur, diese Familienstruktur natürlich nicht mehr weil ich meine Eltern mit Mitarbeitern externen Mitarbeittern ersetzen muss.
00:03:46: und da trotzdem diese Qualität in unserem Hause hochzuhalten weiterzuführen wird spannend für mich.
00:03:56: Aber das ist einfach nur eine.
00:03:59: Das
00:03:59: geht in vielen, es sind viele Unterlagen.
00:04:02: Wenn du
00:04:03: jetzt sagst als Bestatterin unsere Qualität was ist Qualität im Bestattungswesen für euch?
00:04:12: Für dich!
00:04:14: Ist eine gute Frage.
00:04:15: also das was man nach außen sieht klar sollen am Ende die Angehörigen zufrieden sein aber im Hintergrund dass vielleicht etwas unsichtbar bleibt aber trotzdem bleibt da die Quantität weiter bestehen.
00:04:29: Wie gehen wir mit dem Verstorbenen um?
00:04:31: Wie betten wir die ein, kommen sie auf die letzte Reise wirklich so ordentlich wie das in den Köpfen der Angehörigen ist dass man wirklich von Anfang bis Ende vierundzwanzig sieben begleitet und es wird immer mehr also vorausgesetzt von den Menschen.
00:04:49: Also die Begleitung wird so viel intensiver als was es damals war verändert auch die Bestattungskultur in der Hinsicht.
00:04:59: Es ist halt mein Familienunternehmen oder das ist unser Baby.
00:05:05: und dass diese Aufopferungen, die wir als Familie natürlich von morgens bis abends irgendwie da geben, diese Bereitschaft kann man nicht voraussetzen von Mitarbeitern ist auch ganz, ganz klar.
00:05:20: Aber da dann irgendwie auch wirklich bei den Mitarbeitern oder dem Team ein Bewusstsein schaffen, dass sie auch genauso dafür brennen und genau diese Verantwortung haben sich dem bewusst werden wie wir es tun, dass das spannend
00:05:40: ist.
00:05:40: Dass sie bauen müssen.
00:05:41: Ja genau!
00:05:43: Das ist die große Herausforderung vor denen ich stehe Menschen zu finden.
00:05:46: Bittet ihr denn aus?
00:05:47: Wir haben gerade eine neue Auszubildende seit drei Wochen.
00:05:52: Also
00:05:52: das wäre ja das Schönste
00:05:54: und ich bin sehr zuversichtlich tatsächlich weil das so passt.
00:06:00: Vielleicht
00:06:00: liegt das jetzt auch an meiner Art zu leben.
00:06:03: aber ich sehe sehr viele Beiträge auch im Social Media, aber auch in der Zeitung oder auch in Gesprächen wo plötzlich besondere Bestattungsunternehmen sich zeigen.
00:06:18: Also auch in einer besonderen Art wie Bestattungen und Tod thematisiert
00:06:24: wird.
00:06:25: Kreativ!
00:06:27: Ist das Mode?
00:06:28: Wird es Mode?
00:06:30: Es ist zeitgemäß würde ich sagen.
00:06:32: Das sind die bestattungs Unternehmen bewegen, die mit der Zeit gehen.
00:06:37: Weil das ist das was die Menschen wollen.
00:06:39: Natürlich gibt es da auch noch diese ganz traditionellen Art und Weisen wie man bestattet aber die menschen wollen einfach viel viel mehr Individualität in der Trauerfeier.
00:06:53: Wir Bestatter reden mittlerweile gar nicht bezwingt von einer Trauerefeier sondern von einer Lebensfeier weil so viel mehr individualität steckt.
00:07:02: Soviel Farben.
00:07:06: Es darf ein bisschen lauter sein, es darf ein wenig anders sein.
00:07:09: Also je mehr der Charakter definitiv und je mehr das Verstorben oder der Verstorbene rauskommt, desto schöner wird's!
00:07:18: So und das geht natürlich nur mit Farben und mit Individuellen.
00:07:22: Also sagst du bei Leitern sind wir ja noch im Betrieb?
00:07:24: Ja wenn er sagt jetzt sehe ich da so mal ein paar andere Dinge verändern, weiterentwickeln und moderner machen.
00:07:32: Wie ist da so die Rückmeldung?
00:07:35: Ja, richtig spannende Frage!
00:07:37: Denn ich kann hier mit großem Stolz sagen... Ich habe zwei Eltern, die sowas von hinter mir stehen und die tatsächlich so gut wie alles umsetzen weil sie wollen dass sich mein Charakter mit reinbringen in meine Art und Weise wie ich das möchte.
00:07:53: Ich bin die nächste Generation und unterstützt mich unheimlich dabei.
00:07:58: Ich hab auch Kollegen, da läuft's ein bisschen anders... Da sehen die Eltern das nicht so ganz!
00:08:03: Warum braucht man eine neue Website?
00:08:04: Warum muss es alles so ein bisschen farbenfroher sein?
00:08:09: Und auch die Räumlichkeiten natürlich.
00:08:11: wir haben jetzt gerade zum Beispiel ich habe unser ganzes Bestattungsunternehmen einmal auf den Kopf gestellt Alles rausgenommen, Teppichboden Wände alles raus komplett mit Holzboden, Fischkretenoptik.
00:08:27: Also man hört schon so sehr schick.
00:08:30: Ja genau!
00:08:30: Sehr schick modern.
00:08:33: Aber dieses bisschen minimalistischer was jetzt gerade ja auch ein bisschen modern ist.
00:08:37: und da haben die gesagt ja gut wenn du das möchtest dann macht es gerne wir unterstützen dich dabei und deswegen ist in den letzten zwei Jahren so unheimlich viel bei uns passiert.
00:08:46: also was man glaube ich jetzt auch auf der Webseite erkennen kann Man kann einfach beobachten, dass das jetzt zu den letzten Jahren so ein bisschen der Veränderung mit sich gebracht hat.
00:08:56: Weil meine Eltern mich eben dabei unterstützen und das macht es so wundervoll!
00:09:01: Ich kann reinwachsen genau ich kann von denen unheimlich viel und das tue ich immer noch und weiterhin von dem Lernen und ich möchte auch, dass sie mir ganz lange erhalten bleiben weil nur gemeinsam sind wir ein großartiges Team Hand in Hand.
00:09:14: Mit
00:09:14: Sechzig sind sie auch noch jung?
00:09:15: Ja, aber viele
00:09:16: sagen
00:09:19: schon mit Sechziger, wann gehen die denn im Rentum?
00:09:21: Aber es
00:09:22: ist eine große Qualität deiner Eltern das die zurücktreten können und trotzdem ein Tief mit gestalten.
00:09:27: Ja definitiv!
00:09:29: Und es ist einfach wundervoll wirklich wenn wir lernen alle voneinander und ja manchmal lassen sie mich dann auch laufen lassen ich meine eigenen Erfahrungen machen wo ich denke ja okay ihr hattet recht Lassen Sie mich meine eigenen Erfahrungen machen?
00:09:46: Oh, hat das so auf Anhiem gerade!
00:09:49: Vielleicht fällt mir während des Gesprächs noch mal aus ein.
00:09:52: Gab es denn in deiner Schulzeit oder in der ganzen Zeit einmal einen Augenblick wo du gedacht hast vielleicht ist ein anderer Beruf vielleicht auch ganz
00:10:00: gut für dich?
00:10:01: Tatsächlich ungekehrt.
00:10:02: ich wollte den Beruf nie machen.
00:10:05: Das hätte ich ja auch noch gut sagen können, aber das passt jetzt gerade.
00:10:08: Zuerst habe ich eine Ausbildung zu Industriekaufraue gemacht.
00:10:12: Meine Eltern haben mich nie gefragt ob wir diesen Beruf machen möchten.
00:10:18: Wir sollten selber von uns aus die Entscheidung treffen weil es wirklich auch eine Lebensentscheidung ist.
00:10:24: Beim Beruf quasi immer.
00:10:25: Aber dieser Beruf setzt schon echt viel voraus.
00:10:30: Naja, auf jeden Fall habe ich eine Ausbildung zur Industriekauffrau gemacht.
00:10:34: Rauchte dann zwischenzeitlich noch ein bisschen Geld, wie das Dänster ist und dann sagte meine Mama ja, dann kannst du auch gerne bei uns im Büro arbeiten.
00:10:41: Ich sag ja warum nicht?
00:10:42: Gar kein Problem!
00:10:43: Ich mir jetzt gut einfach vorgestellt hatten zu Hause wenn man mich schon da ist dann nochmal ins Büro.
00:10:49: Naja erst ab dem Zeitpunkt wo ich angefangen habe hinter die Kulissen zu schauen, weil so als Tochter ist noch ein anderer Blickwinke, als wenn man wirklich mit in den Prozess reingenommen wird und überhaupt sieht was der Beruf alles mit sich bringt.
00:11:04: Es dann habe ich diesen Beruf für mich entdeckt und dann hab' ich gesagt okay bist du was?
00:11:08: Ich glaub', ich versuch's mal!
00:11:10: Und man kann auch sowas etwas traurigen, auch irgendwie wieder was Schönes machen.
00:11:14: Das klingt immer so bisschen paradox, weil von jemandem Abschied nehmen ist traurig und es ist schrecklich und das klingt alles andere als positiv.
00:11:21: Aber wenn am Ende die Angehörigen sagen, Mensch kann ich Ihnen sagen das ist wirklich eine schöne Trauerverheer war und es war richtig toll.
00:11:29: Darf man das?
00:11:30: Dann habe ich meinen Job richtig gemacht!
00:11:32: Und
00:11:33: Sinnstiften, ne?
00:11:34: Genau einfach Sinnstifting und das motiviert einen Tag täglich...
00:11:39: Ich will mal deinen Stichwort aufnehmen.
00:11:41: was gehört denn alles dazu?
00:11:43: Also es ist ja zum einen erst mal die Aufnahme des Trauerfalls am Telefon.
00:11:48: Meistens kommen die Trauerfälle über ein Telefonat rein, dann ist es die Abholung an dem Sterbeort, sei's im Krankenhaus oder zu Hause.
00:12:00: Dann ist das Gespräch mit den Familien, die wir führen, das sogenannte Aufnahmengespräch.
00:12:06: so nennen wir das.
00:12:07: Beratungen finden wir immer... Wir nehmen erstmal die Daten auf und nehmen überhaupt die Wünsche auf.
00:12:11: deswegen nennen wie jetzt Aufnahmegespräch.
00:12:13: Wenn wir das gemacht haben, dann beginnt so die Regelung der Formalitäten.
00:12:19: Die Versicherung abmelden für die Angehörigen, die Planung der Trauerfeier... ...die überführen, die vielleicht denn noch notwendig sind,... ...die Ausrichtungen der Trauervereier, die Blumen bestellen, die Traueranzeige gestalten,... einfach die Gestaltung mit den Angehören der Trauarfeier und vielleicht auch meine andere Location finden.
00:12:39: Ich habe jetzt zum Beispiel demnächst eine TrauerFeier im Restaurant.
00:12:41: Wir hatten auch eine Trauerfeier, schon in einer Reithalle.
00:12:44: Also da beansprucht das natürlich ganz andere Planung als wenn es ist in der Kirche.
00:12:48: so ein bisschen dieses Standard gemäß er.
00:12:51: und dann genau die Ausrichtung der Trauer Feier danach denn nochmal die Kontaktaufnahme mit den Angehörigen, die hygienische Versorgung also ich weiß gar nicht wo ich auch fahren soll Die Ausrichtungen der Kaffeetrafeln, die man bei uns auch machen kann.
00:13:04: Man kann bei uns auf Kaffee trinken.
00:13:07: Ja,
00:13:07: da gehört ganz viel zu.
00:13:09: Wenn
00:13:09: du das erste Mal eine Leiche gesehen hast und wie du darauf reagiert hast?
00:13:14: Also das erste mal eine verstorbene Person habe ich natürlich gesehen als ich Kind war, weil wir haben... Eine Leiche
00:13:19: sagt ihr nicht,
00:13:19: ne?
00:13:20: Nein, die Leiche sagen wir ungern aber es ist gar nicht schlimm.
00:13:22: also wir reden immer von Verstorbenen.
00:13:26: Unser Elternhaus stammt jetzt immer noch neben unserem Bestattungshaus.
00:13:30: Es ist alles in einem, sonst trennt quasi nur über die Büro-Tür In den technischen Bereich hinten, so nennen wir das.
00:13:38: Da bin ich dann mal auf meine erste verstorbene Person gestoßen.
00:13:42: Aber so richtig wahrgenommen oder... Ja auch als Trauferwahl wahrgenommen habe ich denn, als ich das erste mal eine verstorbende Person abgeholt hab, als mich dafür entschieden habe okay, ich beginne jetzt meinen Weg.
00:13:56: Du hast deine Spanke wahrscheinlich schon?
00:14:00: Genau da habe ich meine erste Person im Pflegeheim abgeholt.
00:14:05: Erst mal ganz, ganz sachte also wo meine Eltern wissen hey na da ist das so weit alles ruhig eingeschlafen und langsam in die Thematik wurde ich dann noch reingenommen.
00:14:18: Gibt es denn Situationen an denen du dich nie gewöhnen wirst?
00:14:22: Definitiv!
00:14:23: Das sind einfach Kinder.
00:14:28: ja wenn's Zerstorbene sind die vielleicht länger nicht gefunden wurden oder so.
00:14:36: Das ist dann eher dann unangenehm, aber junge Leute und Kinder das ist einfach... Das ist nicht der natürliche Weg, dass junge Menschen und Kinder schon vorzeitig sterben.
00:14:47: Hast du da deine eigenen Strategien, die dir den Abstand zu schaffen?
00:14:51: Ja also mittlerweile ich neige immer dazu meiner Person geschuldet, ich spreche mal ganz viel darüber.
00:14:58: Jeder Bestatter geht individuell mit seiner Trauer um.
00:15:01: aber wir in der Familie machen das intern mit viel drüber reden.
00:15:06: Der Unterschied ist natürlich auch wie sind die von Anfang bis Ende diesem Traueprozess drin?
00:15:10: Auch wir haben eine Art von Trauerbewältigung dabei.
00:15:14: wenn es einmal ein Trauerfall ist Ne, haben wir nicht.
00:15:17: Wir machen Supervision tatsächlich dann nur ein bisschen intern.
00:15:21: Was
00:15:21: macht eigentlich die ständige Bestäftigung mit dem Tod?
00:15:25: Mit der Stärklichkeit?
00:15:27: Mit...
00:15:28: ...der Familie!
00:15:29: Mit den Familiennehmen als jungen Menschen wie du und deine Schwester es sind Aber auch in eurer Herkunftsfamilie, also
00:15:38: mit den
00:15:39: Eltern zusammen.
00:15:40: Geht ihr irgendwie den anderen bewussteren Umgang miteinander oder geht da auch mal so der Alltag rechnet über einen Herr ab?
00:15:49: Also der Tod ist sitzt bei uns am Tisch.
00:15:52: das ist einfach so wenn man meinen Mann oder wie auch immer... täglich bei uns, dass wir drüber sprechen.
00:15:59: Das ist schon die Art und Weise?
00:16:01: Nein, kommt da nicht!
00:16:05: Wenn es dann um die Arbeit geht oder so, wie man Dinge wahrgenommen hat werden ausgesprochen.
00:16:11: Und das ist denn schon eine Art, wie wir damit umgehen.
00:16:13: Ich glaube meiner beruflichen Laufbahn – ich bin jetzt schon seit elf Jahren in dem Beruf – habe ich vor drei Monaten den Schwersten drauf.
00:16:24: Meiner Laufbahnen gehabt und das war ein sechsjähriges Mädchen die ich überführen musste, die auch aus dem Bekanntenkreis kamen.
00:16:30: Und es war ganz klar eine
00:16:31: kleine Tochter?
00:16:32: Ja und ich kannte auch noch die Mutter.
00:16:35: Ich kam aus einem Dorf so ungefähr.
00:16:40: also da musste ich auch ehrlich sagen... Da wars dann auch bei mir vorbei.
00:16:44: Also na klar!
00:16:45: Ich funktioniere in dem Moment.
00:16:47: Da nimmt man plötzlich diese Funktionsrolle ein.
00:16:50: Man ist da für die Mannfamilie, man ist die Stütze aber dann mache ich auch kein Geheimnis drauf.
00:16:54: als ich in meinem eigenen vier Wetten war habe ich erst mal meine Eltern angerufen weil sie waren denn nicht da.
00:16:58: ich musste mit dem Kollegen los und dann hab' ich erstmal geweint.
00:17:02: Du sagst mal Lasse erstmal alles raus na?
00:17:04: Es ist alles okay das ist nur normal.
00:17:07: und ja da hatte ich doch ein paar Tage dran wirklich zu knabbern.
00:17:11: es war dann auch für mich wichtig nochmal einen kleinen Abschied zu nehmen.
00:17:15: also Das ist denn einfach meine Art und Weise, ich brauche dann auch den Moment.
00:17:18: Und ja das war nicht schön und so sollte es niemals sein.
00:17:24: aber...
00:17:25: Glaubst du dass ihr Leben eine andere Wertschätzung entgegenbringt?
00:17:29: Oder glaubst du, dass es auch so eine Dynamik gibt wie... Wohl einmal sehen wir nur die traurigen Seiten des Lebens!
00:17:36: Natürlich hat man glaube ich oder entwickelt man vielleicht ein steckeres Bewusstsein für das Leben und wie wertvoll es ist.
00:17:45: Aber ich glaube, dass es menschlich überall, wenn wir so schnell wieder in den Alltag gezogen.
00:17:53: Ich habe Gott sei Dank eine Möglichkeit und die Chance, ich werde tagtäglich immer wieder daran erinnert.
00:17:58: Bin dankbar, dass sich das Leben haben und die Gesundheit und richtig richtig wertvoll... Macht es dich ja auch manchmal gelassen
00:18:03: werden?
00:18:03: Also wenn's dann so Probleme gibt, die eigentlich gar keine Probleme sind,
00:18:07: hast du einfach
00:18:08: sexbauen.
00:18:10: Ich kann anderes sorgen.
00:18:12: Ja, ich glaube, ich habe schon ein dickeres Fell.
00:18:15: Also wenn ich manchmal meinen Mann beobachte oder so... Ich weiß nicht ob das vielleicht beruflich auch kommt aber ich hab'n bisschen dickeres Fall was so Krisen angeht und in Freundeskreis oder so.
00:18:27: So Befindlichkeit?
00:18:28: Ja es gibt für alles Lösungen.
00:18:30: Es gibt für alle irgendwie Lösungen und... Manchmal
00:18:33: ist es vielleicht doch gar nicht so
00:18:34: wichtig.
00:18:34: Nee genau!
00:18:36: Aber jeder hat seine eigenen Probleme die sollen auch Raum bekommen und so, dann würde ich niemals das belächeln.
00:18:43: Aber was
00:18:44: mir anfällt ist dass du ein sehr respektvoller Mensch
00:18:46: bist.
00:18:47: Das ist aber wahrscheinlich auch weil ich mit so vielen verschiedenen Menschen zu tun habe und jeder ist unterschiedlich und einige trauern anders laut und vielleicht wäre es für mich manchmal so ein bisschen befremdlich, aber das ist völlig in Ordnung, weil wir sind alles... Individuelle Menschen, jeder hat seinen Raum verdient und dem gebe ich auch Raum und Platz.
00:19:08: Weil das ist dann meine Arbeit.
00:19:09: Ich gebe dem also meinem Gegenüber das was er gerade braucht Und dass es auch so ein bisschen die Herausforderungen in unserem Beruf würde ich sagen sich diese Empathie?
00:19:19: ich glaube nicht.
00:19:20: Also vielleicht mögen mich auf die Zuführer gerne korrigieren Aber ich glaube die musst du schon indiger haben diese Empathy
00:19:27: Wie ist es denn anders?
00:19:29: Im normalen Fall sind es ja doch ältere Generation.
00:19:32: wie dann kommen?
00:19:34: und wie gehen sie denn mit dir um?
00:19:36: Also du bist jung, du bist attraktiv.
00:19:38: Wie ist denn die Akzeptanz dir
00:19:40: gegenüber?".
00:19:41: Ich kann mir vorstellen das dann schon so.
00:19:44: naja... Und wo ist jetzt die Chefin?
00:19:46: Ja oh da ich habe da so witzige Geschichten.
00:19:48: also an Anfang meiner Karriere sage ich jetzt mal mit fünfundzwanzig sechsund zwanzig.
00:19:54: Die Praktikantin, ne?
00:19:55: Da fing ich ja schon langsam an mal Gespräche zu führen aber meine Eltern mich unheimlich lange im Hintergrund gehalten, genau aus diesem Grund.
00:20:02: Weil wie oft hatte ich das, wo ich vor der Tür stand?
00:20:05: Und ich wusste ... Ich hab ein gewisses Selbstbewusstsein.
00:20:08: Ich stand da mit meiner Aktentasche und wollte jetzt das Gespräch führen, bloß die Leute waren nicht ganz von mir überzeugt, wenn da so'n junges Mädchen um die Tür kommen.
00:20:17: Die haben wirklich dann rausgeguckt und geguckt, ob mein Vater noch kommt.
00:20:21: Und ich gefragt so, sind Sie allein?
00:20:24: Ich sag so ja!
00:20:25: Ähm...
00:20:26: Und ihr Vater?
00:20:27: Nee es machen wir jetzt alleine.
00:20:29: Ach
00:20:30: so, ja.
00:20:30: Ich sag wo darf ich mich setzen?
00:20:33: So und da brauchte ich natürlich ein bisschen...ich brauchte eine halbe Stunde.
00:20:36: aber das habe ich innerlich auch weggelächelt weil ich wusste ne halbe stunde gebe ich den und dann glaube ich sind sie.
00:20:44: Ja dass ich auch kann und weiß wovon ich spreche.
00:20:47: Aber das wird jetzt natürlich immer weniger mit dem Alter.
00:20:52: aber trotzdem wenn da ne Frau in die Ecke kommt ist erst mal so.
00:20:57: Und gerade die ältere Generation, die hat ja den Bestattern noch irgendwie...
00:21:02: Ja aber ich glaube da unterscheiden zum Beispiel meine Mutter und ich mich total in der Arbeit.
00:21:09: Ich gehe schon sehr auf die persönliche Ebene wenn sie mich lassen.
00:21:12: natürlich merke ich sofort ob die das wollen oder nicht.
00:21:17: Aber ich bin schon gerne anfangen um du zu sagen Mensch dieses schwere Thema braucht einfach gewisse Nähe.
00:21:23: Ich bin jetzt euer Wegbegleiter und ihr könnt mich vierundzwanzig sieben anrufen.
00:21:27: Und wirklich schreiben, lasst doch duzen!
00:21:29: Das ist auch nicht normal,
00:21:30: ne?
00:21:30: Vierundzwanzig sieben...
00:21:32: Tatsächlich schon irgendwie.
00:21:34: Ja das setzt schon den Beruf einfach voraus.
00:21:37: Also da könnten mal Anrufe morgens um zwei Uhr kommen weil die können sich schlafen und in der Trauernzeige da müssen wir nochmal einmal durchgehen.
00:21:43: Die Traueranzeigen
00:21:44: sind zwei Uhr morgens und dann sind wir um zwei morgens.
00:21:47: natürlich für die Darweil klar Das ist gerade diesen Entrauer, das beschäftigt die.
00:21:52: Dafür sind wir da.
00:21:53: Dein Mann ist ja kein Bestatter und ist auch nicht damit groß geworden?
00:21:57: Und deine Tochter ist wie alt?
00:21:59: Vier!
00:21:59: Gehen die beiden damit um, dass du Bestatterin bist?
00:22:02: Also mein Mann wusste schon von Anfang an, worauf er sich einlässt.
00:22:06: Er hat zwischenzeitlich auch mal über den Weg einschlägt aber er ist selbstständig und ist Physiotherapeut und macht es super.
00:22:15: Somit haben wir beide unsere Berufe.
00:22:18: Aber er weiß, wie sehr ich mich aufopfe für diesen Beruf.
00:22:23: Und dass es mir unheimlich wichtig ist, dass sich auch diesem Freiraum bekomme wenn ich ihn gerade brauche.
00:22:29: und es werden manchmal auch eigene Bedürfnisse zurückgesteckt um da zu sein für Menschen.
00:22:36: die einen dann einfach brauchen diese Verantwortung.
00:22:38: Die bin ich mir einfach bewusst.
00:22:41: aber da stand er mir noch nie im Weg weil er das verstehen kann weil er auch genauso dieses dieses Verständnis hat, wenn Menschen in Lod sind als Physiotherapeut.
00:22:51: Ist ja auch irgendwie da, um Menschen in Deinen Situationen irgendwie oder nah zu helfen.
00:22:56: Da habe ich gar keine Probleme.
00:22:58: Meine Tochter wird jetzt schon damit groß.
00:23:01: Sie weiß, ich bin Bestatterin und darauf ist sie ganz stolz.
00:23:04: Und für sie ist es kein Problem und das beobachte ich immer bei anderen Kindern.
00:23:09: Ich glaube, dass das Beispiel dafür, dass sie's nicht anders kennt... Wenn ich von... Ich muss mich nicht deswegen verabschieden für meine Tochter, wenn ich kurz mal irgendwo hinmuss.
00:23:19: Mal eine Stunde jemanden überführen oder so.
00:23:20: Dann sage ich nicht jedesmal tschüss sondern bin dann plötzlich weg und dann sagt man der Tochter auch zu power oder wo es Mama sie ist arbeiten ja alles klar also irgendwie Ja
00:23:32: genau Wenn wir jetzt auch Gesellschaft gucken, dann haben wir ja sehr lange den Tod einfach aus dem gesellschaftlichen Leben rausgehalten und weggedrückt.
00:23:42: Beobachtest
00:23:42: du da eine Veränderung?
00:23:44: Ja, definitiv.
00:23:45: Also zum einen hatte ich das schon gesagt es wird individueller aber wie du schon vorhin angeschnitten hast Du hast ja selber gemerkt oder gesagt die Bestattungshäuser werden... Wie hast du's gesagt?
00:23:56: Über Social Media.
00:23:57: siehst du was?
00:23:58: Ich sehe es über Social Media und ich sehe eine größere Präsenz, ich seh ne buntere Präsent.
00:24:03: Und
00:24:03: das ist der Kanal!
00:24:04: Und dieser Kanal machts möglich Der schafft ein gewisses oder ein neues Bewusstsein für den Abschied, eine Sichtbarkeit.
00:24:13: Menschen können sich mittlerweile damit konfrontieren lassen und sich informieren aber grundsätzlich auch das Internet macht es natürlich möglich ohne dass sie jetzt wirklich zu einem Gestatter müssen.
00:24:25: Sie können ja schon in ihren eigenen vier Wänden sich schon bisschen mit der Thematik auseinandersetzen.
00:24:29: Du bist
00:24:29: da ja auch weit vorne.
00:24:29: Du zeigst dich ja auch und hast auch so schön mediaanzeigen laufen
00:24:34: Ja, genau.
00:24:35: Mir ist grundsätzlich das einfach super wichtig wie die Außendarstellung ist, die Sichtbarkeit und ich möchte auf jedem Kanälen irgendwie den Menschen die Möglichkeit geben uns kennenzulernen.
00:24:47: Und ich finde eine Website zeigt erstmal nur oberflächlich da zeigt man also die Webseite Da kann man schon ein bisschen erkennen okay Wie ticken die?
00:24:55: Wie ist da so die Qualität?
00:24:58: Wie sind die zeitgemäß?
00:25:00: Aber so das, was man auf Instagram zum Beispiel Facebook oder wie auch immer teilt.
00:25:05: Das geht so ein bisschen in die Materie rein.
00:25:07: da kriegen den totalen Blick hinter die Kulissen und lernen uns als Menschen kennen.
00:25:13: Und ich finde dass bei dem Beruf unheimlich wichtig weil wenn man sich für einen Bestatter entscheidet dann muss das Bauch gefügt stimmen.
00:25:19: es ist schon echt sensibel du gibst dein Familienmitglied und dem bin ich mir absolut bewusst in fremde Hände und das finde entgegengebracht das Vertrauen, also ein Vertrauensbonus.
00:25:33: Und dann finde ich es einfach schön wenn sie sich schon im Vorwege informieren können über uns und ich sie dann schon vorher abholen kann.
00:25:40: Einfach emotionalen denen zeigen kann hey na ihr seid jeder bei uns.
00:25:44: sowohl die Versturmer als auch die Angehörn sind bei uns gut aufgeroben.
00:25:48: und ja dieses Bewusstsein diese Sichtbarkeit all das ermöglicht uns Bestatter natürlich zu zeigen wie bunt wie anders alles sein kann.
00:25:59: Und da einfach auch Aufklärungsarbeit zu schaffen und neue Denkweisen, Vorstellungen in den Köpfen der Menschen zu hinterlassen.
00:26:06: Gibt es das auch die Menschen, die das Ende ihres Lebens absehen können?
00:26:12: Zu dir kommen und sagen...
00:26:15: Wir müssen reden.
00:26:17: Ja, da gibt es eine Vorstellung?
00:26:20: Man nennt das eine Bestattungsvorsorge, dass man zu Lebzeiten schon je nachdem entweder wirklich im Detail oder nur grob seine Bestattung schriftlich festhält.
00:26:35: Im besten Fall geht man schon Vertrag mit den Bestatter ein Und man kann zudem auch noch finanziell absichern und das hat natürlich viele Vorteile.
00:26:46: Es ist eine Entlastung für den Angehörigen, weil Entscheidungen schon getroffen sind die die Vorsorgenden zu lebt sein konnten noch ihre eigenen Wünsche da lassen vielleicht auch noch einen persönlichen Charakter also so ein Charakter damit reinbringen, ne?
00:27:02: Ja, eine persönliche Note und dann ist da nochmal die finanzielle Entlastungen.
00:27:08: Das ist schon echt viel wert in dem Moment, wenn dann der Traberfall eintritt.
00:27:13: Ja
00:27:13: man kann tatsächlich schon sein Tod, wenn du das so formulieren willst, seinen Abschied finanziell absichern und dann... Das ist immer eine gute Frage weil die Vorstellungen sind ja mal unterschiedlich.
00:27:27: Wie teuer ist dein Traumauto?
00:27:29: Ich glaube, jeder hat verschiedene Traumautos.
00:27:31: Häufig
00:27:31: gehört die
00:27:32: Frage!
00:27:32: Ja und ich super schwer zu beantworten natürlich je nachdem also es eine Kaffeetafel gewünscht ist eine Trauanzage gewünscht?
00:27:40: was für Blumen ist das?
00:27:41: ne Erdnachfeuerbestattung?
00:27:42: das sind so viele Kostenpositionen die den Gesamtsommer am Ende ausmachen und es hat gar nichts damit zu tun dass wir Bestatter gar nicht mit der Summe rausrücken wollen sondern wir sind unheimlich vorsichtig damit weil jeder hat einen individuellen Vorstellung von dem Abschied.
00:28:00: Aber ihr habt doch gesagt, was ist
00:28:01: so roter?
00:28:01: Genau!
00:28:02: Ich lass mich unheimlich... also ungern fest nageln, sondern ich sage wissen Sie was?
00:28:06: und das kriegt jeder Angehörige bei uns.
00:28:08: Ich weiß jetzt Ihre Vorstellung geben sie mir vier Stunden oder bis zum nächsten Morgen und dann haben Sie Ihrem kostenvollen Schlag da Bis ins kleinste Detail, da ist alles mit drin am Ende.
00:28:18: Wissen Sie was die Summe?
00:28:19: Was die Bestattung kostet?
00:28:20: Da sind die Friedhofsgebühren bei uns... Aber man
00:28:22: schießt ja keine Hausnummer raus
00:28:23: ne?
00:28:23: Ne schwierig!
00:28:24: Natürlich gibt es da wirklich Menschen den... Die müssen das wissen weil sie eine Vorstellung von zehntausend Euro haben wo ich meine manchmal denke oh mein Gott wo habt ihr die Summen her?
00:28:33: also man bewegt sich mittlerweile schon so bei fünf bis acht tausend euro um jetzt mal die Frage ein bisschen zu beantworten.
00:28:41: aber Letztendlich hängt das von so vielen Kostenpositionen ab.
00:28:46: Und
00:28:46: wie auch von der Bestattungsart?
00:28:48: Ja, ja.
00:28:49: und was man sich aussucht, na sucht eine sich einen schlichten Sark aus oder einen pompösen Sark?
00:28:54: also da fängt es schon an.
00:28:55: Das reicht mir durchaus!
00:28:56: Ja und da geht... Du hast
00:28:58: es erst mal gesagt ich habe's
00:29:00: gehört.
00:29:01: Also da geht der Trend auch hin.
00:29:03: die Menschen Der Sack hat nicht mehr gesinnt statt aus dem Bolt.
00:29:06: Die Zeiten haben wir gehabt
00:29:07: Und es gibt eine Sache in meinem Leben, da hab ich einen großen Respekt vor meiner Mutter gehabt.
00:29:13: Die sehr schwer erkrankt war und die ihren Tod wirklich so geplant hat, dass wir damit gar keine ... Also sogar keine gekriechten Orten haben.
00:29:26: Das haben wir dann abgearbeitet.
00:29:28: Da war also munizös... Da hab ich einen großen
00:29:32: Respekt vor gehabt
00:29:34: seiner Zeit.
00:29:35: Sie ist aber zum Bestatter gegangen und ... wohlwissend, dass sie sehr krank ist?
00:29:42: Und sie war in der Zeit ihres Lebens nie mehr Geschäftsfrau.
00:29:45: Aber das hat sie mit Hilfe des Bestattlers eben alles so auch geregelt.
00:29:51: Jetzt meine Frage, wie gehst du mit so einem Menschen um?
00:29:54: Ist dir da schon mal passiert, dass da jetzt eine ...
00:29:57: Ja, meine Mutter war eigentlich keine
00:29:59: alte Frau.
00:29:59: Sie war Anfang siebzig.
00:30:03: Das ist ja nicht ein sportlicher Mensch trotz allem noch und sitzt aber damit.
00:30:09: ich nehme auch mal an, dass sie geweiht hat und sie war mehr als
00:30:11: einmal
00:30:12: da.
00:30:13: Wie gehst du mit solchen Situationen?
00:30:16: Das ist natürlich dann schwieriger.
00:30:18: also letztendlich bevor ich euch auf deine Frage eingehe... Raten wir immer und das ist jetzt wirklich ein Appell nach draußen, raten wir den Menschen.
00:30:26: Immer macht euch bitte auf den Weg in guten Zeiten!
00:30:30: Wenn es nicht schwer ist wenn's noch nicht so nah dran ist dann ist es immer leichter Traut euch die letzte Schublade zu öffnen, das zu sortieren Entscheidungen zu treffen.
00:30:39: danach kann die Lebensschublade quasi oder komode wieder geschlossen werden Dann ist es aber immerhin geregelt.
00:30:46: Aber wenn man jetzt wirklich mit mit einer Diagnose kommt oder man ist krank, dann ist das immer Mist.
00:30:53: Dann noch zu einem Bestatter zu gehen und wenn man dann noch diesen Mut fasst wie deine Mutter was unheimlich stark isst vielleicht dann noch mit der Diagnos oder wie auch immer da noch Entscheidungen zutreffen dass es echt unheimig stark.
00:31:08: Aber dein
00:31:09: Gegenüber auch in Nöten ne?
00:31:10: Das ist ich glaube eine sehr schwierige Gesprächssituation
00:31:13: definitiv.
00:31:14: aber Zum einen ist es aber auch schon eine Art von Trauerbewältigung.
00:31:21: Also man, man isst quasi jetzt schon in Funktion sie irgendwie emotional aufzufangen und jeder geht da unterschiedlich mit um und wenn da Tränen fließen und ich hab großen Respekt vor Menschen die das schon zu Lebzeiten machen.
00:31:35: Aber häufig als habe Ich mir sagen lassen versuche ich mit einer gewissen Positivität als Gespräch zu gehen ist nicht so schwerzumachen, indem ich da noch mehr rauf drück.
00:31:48: Sondern ich versuche es irgendwie mit meiner Person Es leichter zu machen.
00:31:54: Ich kann gar nicht sagen wie ich das mache Aber ich versuchte dass sie dann nicht weint rausgehen sondern eigentlich dankbar sind und dann noch lachen und sagen Mensch
00:32:08: Also für jegliche Art von Trauergespräch, Vorgesprich, Vorsorgegespräche.
00:32:12: Auf jeden Fall!
00:32:13: Aber das Feingefühl oder am Ende macht es wirklich die Erfahrung aus.
00:32:20: Learning by doing... Die verschiedensten Menschen kennenlernen und dann einfach herausfinden was ist der richtige Weg für diese Person gerade?
00:32:28: Ist auch
00:32:28: unsagbar schwer weil die einen brauchen Verbundenheit und Nähe, die anderen brauchen Distanz
00:32:33: und Distanz zu finden.
00:32:35: Was braucht denn der jetzt eigentlich?
00:32:37: Und du kannst ja genau mit dem Falschen kommen.
00:32:40: Bist du zu nah, dann fühlt er sich bedrängt, bist du so weit weg, dann denkt er... Genau!
00:32:44: Und deswegen schnuppe ich am Anfang quasi immer erst und gucke was brauchst?
00:32:47: Du bist
00:32:47: ein neugieriger Mensch.
00:32:48: Ja definitiv.
00:32:49: Ich möchte natürlich auch das, dass sie sich wohlfühlen bei mir und wenn sie Distanzmenschen sind und sagen hier stopp, du bist nur die Bestatzerin und du hast NUR Deine Funktion zu machen oder deine Aufgaben zu absolvieren.
00:33:02: Wenn ist das für mich voll fein, dann gebe ich ihm die Distanz gehen genauso mit ihm um bleibt beim Sitzen alles gut?
00:33:08: also Ich habe schon gefühlt dafür kann nicht sitzen.
00:33:11: sind wir bei du.
00:33:12: manchmal entwickelt sich dass auch erst wenn Vertrauen da ist.
00:33:15: Das ist alles einfach so ein bisschen das Gefühl von gegenüber und dann ist es für mich auch voll feinen und erfülle ich mich auch Nicht vom Kopf gestoßen sondern sagt ja wenn Du das so brauchst denke ich dir das so ich bin da flexibel.
00:33:27: Hast du eigentlich für deinen Tod selber gut vorgesorgt?
00:33:31: Nee, tatsächlich noch nicht.
00:33:32: Aber natürlich wissen wir alle wie wir es irgendwie wollen.
00:33:34: also ich kann schon gerne bunt laut Es soll schon gerne geweint werden das ist mir schon wichtig.
00:33:39: Ich möchte schon das Trauer mit dem Spiel zählen!
00:33:41: Ich möchte das Schuss fählen definitiv.
00:33:44: Am liebsten möchte ich auch in der Gesellschaft sitzen gucken wer weint und wer kommt Finde ich unheims spannend.
00:33:51: aber auf der anderen Seite darf es auch irgendwie am Ende dann wieder mit einem Gelächter oder einer Zusammenkunft wieder ein bisschen leichter gemacht werden.
00:34:00: Und mit Apparol, ach keine Ahnung, deckt euch was aus Leute!
00:34:03: So wie es passt bei mir macht's laut.
00:34:04: Ich
00:34:05: hab gestern neues Buch angefangen und da gibt es tatsächlich noch das Wort Leichenschmaus.
00:34:09: Gibt's das Wort nur?
00:34:10: Also einige sagen tatsächlichen leichen Schmaus aber ist der selbst
00:34:13: ein ganz schlimmes Wort.
00:34:14: Ich bin nicht auch ganz schlimm ich verstehe doch gar nichts.
00:34:18: Kaffee-Tafel oder die will
00:34:19: man sagen.
00:34:19: Ja, Kaffeetapfel.
00:34:20: Kaffeeteapel
00:34:21: ist aber auch.
00:34:21: dann denkst du auf so eine... ja also in
00:34:24: Zusammenkommen nochmal.
00:34:26: Gemeinsame Stunden oder ist es schwierig?
00:34:28: Es war
00:34:28: allerdings ein Kilometer
00:34:30: grad, aber
00:34:31: vielleicht noch lang.
00:34:31: Schwierig!
00:34:35: Ja... Aber leichen Schmaus ja das zählt auch immer ab und zu nochmal und dann denken wir auch mal, oh mein Gott, aber gut, ja, leichen schmaus.
00:34:42: Das sind
00:34:42: geklaffene.
00:34:45: Ja Mensch, sag Helena,
00:34:48: Helina Eigentlich Helena, aber auch hier bin ich flexibel.
00:34:53: Es war eine
00:34:56: großartige Zeit mit dir jetzt.
00:34:58: Vielen vielen Dank Jule!
00:35:00: Ich
00:35:01: schneide dir das Wort nicht ab Oder hattest du noch?
00:35:04: Nee, ich war fertig mit meinem Leidenschmack.
00:35:08: Den Schusspunkt
00:35:09: nochmal gesetzt!
00:35:10: Ja vielen Dank immer wieder gerne.
00:35:13: Ist bei dir noch etwas was du... Du hast gerade eben einen Appell nach draußen.
00:35:17: Gibt es noch was wo?
00:35:18: du sagst das mir noch mal?
00:35:19: ganz wichtig jetzt zu sagen?
00:35:22: Also ich glaube letztendlich ist wirklich das Wichtigste Ja, wenn man die Entscheidung tritt.
00:35:28: Man möchte die Familie entlasten oder man möchte für sich mal ein bisschen Klarheit in diese Thematik bekommen dann macht euch guten Zeiten auf dem Weg danach.
00:35:35: also Davon stirbt man nicht weil man drüber redet.
00:35:39: das heißt nicht dass man sich für tot erklärt.
00:35:41: Das macht es wirklich alles ein bisschen leichter.
00:35:43: und auch weil man schon mal weiß Wer bestattet mich.
00:35:46: später finde ich eigentlich auch ganz schön dieser Gedanke ja genau oder wer nicht.
00:35:51: Und ich bin schrecklich jetzt habe ich noch die entscheidung zu zu schauen wer ist für mich dir Der Stadtteil des Vertrauens, also das ist absolut legitim.
00:35:59: Dass sich auch Angebote einzuholen, keine Frage.
00:36:02: Klar unterscheiden wir uns auch preislich.
00:36:04: aber und das ist für mich ganz wichtig Das Bauchgefühl muss einfach stimmen.
00:36:09: Da sollten nicht am Ende zwei drei hundert Euro den Unterschied machen sondern es ist ein sensibles Thema Ein sehr persönliches Thema und da muss das Bauch gefühlt stimmen.
00:36:18: Und wenn ich jetzt hier schon zum Abschluss kommen darf quasi am siebten November haben wir tag der offenen Tür.
00:36:25: Ach, wie schön.
00:36:26: Bei uns in Handel wird im Bestattungshaus und da hat man wirklich die Möglichkeit... ...die Räumlichkeiten, die neuen modernen Räummlichkeiten worauf ich sehr stolz bin mal zu besichtigen, in Austausch zu gehen.
00:36:36: Wir haben Livemusik wir haben Kerstin Bogenseer als Sängerin Ja, ist schön!
00:36:40: Und wir haben bei Kaffee und Kuchen Man kann in den technischen Bereich gucken.
00:36:44: Also wir sind wirklich an dem Tag ein offenes Haus und es ist keine Schwere geplant sondern nur eine ganz entspannte Atmosphäre.
00:36:56: Ich will doch mal was machst
00:37:05: du an und
00:37:07: siehst November?
00:37:15: Das war der Besuch im Haus von Helina Erichsen.
00:37:19: Vielen Dank, dass du da warst liebe Helina!
00:37:23: Und ja, vielen Dank auch dass du so offen warst und was jetzt nicht zu Wort gekommen ist.
00:37:28: Was ich noch einmal nachtragen möchte ist hinter den Kulissen hat Helina uns erzählt das sie doch auch manchmal Lampenfieber hat denn Sie hat genau die eine Möglichkeit in der Trauerfeier gute Erinnerungen zu schaffen für die Hinterbliebenen, für die Angehörigen, für Zugehörigen.
00:37:50: Und ja, das macht dann auch schon manchmal ganz
00:37:52: schön Druck,
00:37:54: sagt Helena.
00:37:55: Wenn ihr Fragen an sie habt, dann schreibt es uns einfach in die Kommentare.
00:38:02: Helena will Sie gerne beantworten und wir bleiben in Kontakt!
00:38:07: Vielen Dank fürs Zuhören
00:38:09: und
00:38:10: bis zum nächsten Mal im Haus!
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